Burn Out

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung fühlen sich 88 Prozent der deutschen Arbeitnehmer ihrer Firma gegenüber zu nichts verpflichtet, 68 Prozent machen nur noch Dienst nach Vorschrift und 20 Prozent haben sogar die innere Kündigung abgegeben. Doch woher kommen diese hohen Werte?

Fest steht, dass die Fluktuation in den meisten Unternehmen niedrig ist, genau wie die Anzahl der krankheitsbedingten Fehlzeiten, es kommt trotz Gehaltskürzungen, gestrichenem Weihnachtsgeld und dem Wegfallen von Goodies nicht zu Kündigungen oder zum Aufstand der Mitarbeiter. Kaum jemand hat den Mut sich zu wehren und Konsequenzen zu ziehen. Auf den ersten Blick nehmen es die Leute einfach hin, doch dies ist eine Fehleinschätzung. Die Folgen, die Stress, Degradierung und mangelnde Wertschätzung haben, können bis zum Burn Out oder einem Zusammenbruch führen und kosten Unternehmen viel mehr als das Ausscheiden der jeweiligen Personen. Betroffene ziehen sich nicht von dem Unternehmen, sondern von ihrem Vorgesetzten zurück. Man sollte in Schlüsselsituationen aufmerksamer sein, nicht zwischendurch telefonieren oder dem Mitarbeiter nicht richtig zu hören.

Auch beim Äußern von Kritik ist es wichtig, diese als Hilfe zu sehen, die keine Widerstände aufbaut oder verstärkt. Eine pausenlose und lückenfreie Erreichbarkeit der Mitarbeiter kann von niemandem verlangt werden, jeder hat ein Recht auf Regeneration im Privatleben.

Unangemessenes Führungsverhalten und Managementfehler führen zu Demotivation, Frust und Überlastung bei den Angestellten, die Leistung wird in Frage gestellt und gerade zu Zeiten der Rezession wird mit der Existenzangst der Menschen gespielt. Gutes Informationsmanagement und dies vor allem rechtzeitig, nicht nur die Anerkennung von Spitzenleistungen, gute Verteilung der anfallenden Arbeit und damit Auslastung und nicht Überlastung der Angestellten und die offene Kommunikation mit den Mitarbeitern können der Flucht in den Dienst nach Vorschrift und der inneren Kündigung vorbeugen. Signale und Zeichen der Aufmerksamkeit und Achtung halten Mitarbeiter viel eher von der inneren Kündigung ab, als das Schüren der Angst um den Arbeitsplatz.

Habt ihr auch schon einmal so etwas in eurer Firma erlebt, wie es in dem Artikel der Süddeutschen Zeitung dargestellt wird? Schreibt in die Kommentare.

Eine Reaktion to “Burn Out”

  1. Johannes sagt am 27.01.2009 um 09:02 Uhr:

    Der Beitrag trifft ein aktuelles Thema, was im Moment sehr präsent ist in Deutschland, ich mache meinen Job gerne und bin glücklich, aber ich hab auch Freunde, denen es nicht so gut geht beruflich. Die Werten sind ja schon ziemlich hoch.

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