Archiv der Kategorie 'Gedanken'

Trend zum Verzicht

Viele Leute sind der Meinung, dass Karneval nur dem Feiern dient und kennen den Hintergrund für dieses Fest gar nicht. An Aschermittwoch beginnt im christlichen Glauben die Fastenzeit. Diese dient dem Verzicht und ende an Ostern. Der Zeitraum von 40 Tage und damit 7 Wochen soll an das Fasten und Leiden Jesu Christi erinnern.

Doch worauf verzichten die Deutschen überhaupt in dieser Zeit? Oder bleibt alles beim Alten? Ich habe erfahren, dass sogar fast ein Drittel der Leute sich vornehmen (also ist nicht gesagt, ob sie es wirklich machen) auf den Gebrauch des Computers zu verzichten, was ich finde, schon sehr hart werden kann :-)

Andere beliebte Dinge, die man in dieser Zeit nicht macht, ist Alkohol trinken, da viele es an Karneval eh maßlos übertreiben oder auch das Rauchen oder das Auto fahren zu lassen. Aber wer schafft es schon richtig zu fasten, also nur Säfte, Brühe, Wasser, Tee etc. zu trinken und nichts zu kauen, den würde ich schon stark bewundern, der das schafft. Ich denke nicht, dass es viele gibt, die das tun: worauf verzichtet ihr denn, oder macht ihr so weiter wie bisher und sagt euch, das interessiert mich nicht?
Ich bin der Meinung jeder sollte auf etwas verzichten, nur um zu merken, dass es einem fehlt.

Das reale Leben

Jeder der mal sehr früh aufstehen musste und dann den Fernseher einschaltet oder einen Tag zu Hause ist und nachmittags fern sieht, kennt sie: Doku Soaps oder auch Realtiy Formate.
Dort wird aus dem “wahren Leben” berichtet, von schwangeren Jugendlichen, zwischenmenschlichen Konflikten, Arbeitslosigkeit, Schulden, Wohnungssuche und zig anderen Themen.

Braucht niemand so etwas, denkt ihr? Stimmt nicht ganz, der Markt spricht eine andere Sprache, die Quoten dieser Sendungen am Nachmittag und frühen Abend sind durchweg sehr gut, so gut, dass die Nachfrage nicht befriedigt werden kann. Heißt: es gibt nicht mehr genug normale echte Menschen, die sich in solchen Doku Soaps vorführen lassen wollen und so entstand das Konzept von “Scripted Reality”.

Diese geschriebenen Fälle von Realität unterscheiden sich kaum von dem Trash der anderen Formate, man merkt den Unterschied kaum, doch es sind Laien Schauspieler, ähnlich wie bei Gerichtsshows, die dort zu sehen sind. Handlung und Personen sind frei erfunden. Im Abspann gibt es dann einen kleinen Hinweis, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelt.
Solche Sendungen lassen sich sehr günstig produzieren, die Geschichten werden der Gier des Publikums nach mehr absurderen Storys und viel verrückteren Protagonisten gerecht und viel angeschaut.
Denn das wirkliche Leben ist scheinbar zu langweilig, um darüber zu berichten, es muss immer kranker und kaputter sein um die Zuschauer zu binden.

Blond = gefährlich?

Wir Blondinen, ob jetzt echt oder gefärbt, haben schon mit einigen Vorurteilen zu kämpfen, oder wir spielen damit, so wie ich :-) Erstmal heißt es wir sind hohle Nüsse, haben keinen Plan und sind nur hübsch anzusehen. Und dann müssen wir uns noch mit einer anderen Unterstellung konfrontiert sehen: wir seien gefährlich, gerade was Männer angeht. Da kann ich nur sagen, was ein Blödsinn.

Meine wirklich gut aussehende und blonde Freundin erzählte mir neulich von ihrem Urlaub. Sie war mit einer Bekannten im Süden Europas unterwegs, in einer Clubanlage, da gibt es immer Buffet und man muss sich zu fremden Leuten an den Tisch setzen. Selbst richtig alten Frauen ist halb das Essen aus dem Gesicht gefallen, als die beiden sich zu ihnen gesellten und die Frauen krampften die ältesten Greise an ihrer Seite fest, da sie Angst hatte, das blonde Gift nimmt sie ihnen weg. Hallo, traut Blondinen niemand Geschmack zu? Ich hab mich kaputt gelacht, wie albern ist das bitte, auch Brünetten können gefährlich sein ;-)

You never eat alone

Essen, gerade zu Weihnachten ein wichtiges Thema. Der helle Wahnsinn, was habe ich jetzt gesehen, eine große Fast Food Kette hat in einigen Filialen tatsächlich 24 Stunden, rund um die Uhr geöffnet. Und auch einige Supermärkte haben von 7-24 Uhr, auch samstags, offen. Man isst nicht mehr allein, was ja auch nicht schön ist. Ich habe immer Mitleid mit Menschen, die allein im Restaurant essen. Zu Hause essen auch viele vor dem Fernseher oder lesen dabei, was man beides eher nicht tun sollte, da man nicht mehr sieht was und wie viel man zu sich nimmt.

Ich frage mich nur, ob sich solche Öffnungszeiten für die Firmen rechnen, vielleicht ist ja jemand unter euch, der das beurteilen kann. Wird mehr an Lebensmitteln gekauft, weil es länger offen ist oder kaufen die Leute nur zu anderen Zeiten, aber immer gleich viel ein? Und geht man jetzt abends um 22 Uhr noch raus, weil man Lust auf eine Tiefkühlpizza hat, oder eher nicht?

Isst man im Fast Food Restaurant doch mal einen oder zwei Burger mehr, weil es jetzt auch zur jeder Zeit geht? Was meint ihr dazu?

Einfach glücklich

Man wird ja tausende von Malen am Tag gefragt, wie es einem geht, meistens sagt man „gut“, egal, ob es stimmt oder nicht, weil alle diese Antwort erwarten und wenn man „schlecht“ sagen würde, würde es niemand mitkriegen oder es kämen lästige Nachfragen.

Was aber passiert, wenn man mal seinem näheren Umfeld erzählt, dass man einfach nur glücklich ist, dass alles passt, Partnerschaft, Gesundheit, Job, alles. Der geringste Teil der Menschheit ist frei von Neid, es gibt welche, die können gönnen, das ist sehr selten und als Freund oder Bekannter, Bruder, Schwester oder Kollege unbezahlbar, wenn man so jemanden hat.

Doch können es viele gar nicht glauben, dass es echt alles schön ist bei einem im Leben, und sie fragen dann: „Echt?“ oder „Wo ist der Haken?“, als ob sie immer nach dem Haar in der Suppe suchen würden und hoffen doch etwas Negatives zu finden. Dabei kann jeder an seinem eigenen Glück arbeiten, es ist einfach, vor allem, wenn man auch seinem Umfeld Dinge wünscht und damit ist nicht “die Pest an den Hals” wünschen gemeint :- )

Jammern auf hohem Niveau

Trotz Krise, Angst um die Arbeitstelle und weniger Jobs machen es immer wieder Leute in eurem Umfeld: Jammern. Über Kunden, Kollegen, das irre Arbeitsaufkommen, die Überstunden und und und. Viele jammern so sehr über Nichtigkeiten, dass sie tatsächlich glauben es stimmt und sie würden unter unmöglichen Arbeitsbedingungen ausgebeutet.

Noch schlimmer als jammern, sind die Menschen, die sich dieses Gejammer anhören bzw. anhören müssen. Und immer wieder fragt man sich dann: warum haben diese Menschen nicht den Mut zu kündigen, wenn doch alles soooo schrecklich im Job ist und keiner lieb zu ihnen ist in der Kuschelzone Büro. Diese Arbeitnehmer sollten sich jedoch warm anziehen, durch die wirtschaftliche Lage hält der Konkurrenzdruck und damit der Ellenbogeneinsatz untereinander Einzug in unsere Büros und dann gibt es vielleicht bald einen echten Grund fürs Jammern. Fakt ist nämlich, dass viele ihre Stelle gar nicht so schlimm finden, sondern nur um Aufmerksamkeit und Beachtung betteln, indem sie von ihrem schweren Dasein berichten.

Welche Energien durchs Jammern jeden Tag verschwendet werden, wenn das auch nur die Hälfte der Leute mal lassen könnte, wäre Deutschland in der Krise echt schon besser dran :-)

Unbekannter Teilnehmer

Früher, das heißt bis vor einigen Jahren, war es anders, da hatte man ein Telefon zu Hause und viele Menschen noch gar keine Handys. Das Telefon in der Wohnung hatte kein oder ein kleines Display und eine Rufnummernübermittlung gab es nicht, das hieß man wusste nicht wer anruft, wenn es klingelte.

Doch im Jahre 2009 in Zeiten von DSL, modernsten Handys und ständiger Erreichbarkeit ist es schon fast eine Seltenheit seine Nummer nicht mit zu senden, bei einem Anruf und diese Tatsache empfinden viele Leute als ungewöhnlich oder frech, da es den Angerufenen in eine Situation voller Unsicherheit versetzt.

Viele gehen gar nicht erst ran, wenn im Display steht „Unbekannter Teilnehmer ruft an“ oder „Anonym“, weil sie nicht wissen wer es ist und ja etwas Schreckliches am anderen Ende der Leitung lauern könnte. Dann rufen sie alle Freunde an, die schon einmal ohne Nummer bei ihnen durch geklingelt haben und fragen: „Warst du das gerade, der ohne Nummer??“ Und wenn es keiner der Freunde war, wird die Verunsicherung noch größer, wer es denn bloß gewesen sein könnte, vielleicht doch Hollywood :- )

Mit dem Zurückrufen von den bösen anonymen Anrufern ist es ja auch ganz schwierig, da sie ja keine Nummer hinterlassen. Und so grübelt und rätseln man, gerade wenn die Person auch noch ein zweites Mal anruft. Und, wenn man gerade einer süßen Biene in der Disko seine Handynummer gegeben hat und sie war diejenige, die mit unterdrückter Nummer angerufen hat? Welch ein Drama :- ) Dabei machen es auch welche ganz bewusst, das ohne Nummer anrufen, weil man etwas Spannung erzeugen will oder nicht weggedrückt werden möchte, wenn der Name im Display erscheint. Manche vergessen es auch einfach und wundern sich, wenn nie einer ran geht :- )

Eine Frage der Ehre

Man könnte es auch Pseudo Ehrenamt nennen, denn mit echtem ehrlichem Engagement hat das nicht mehr viel zu tun. Viele Menschen und zwar auch gerade junge Leute engagieren sich ehrenamtlich, das ist generell nichts schlechtes, nur gibt es darunter immer mehr schwarze Schafe, die damit ihren Lebenslauf aufpeppen.

Neben einer guten Ausbildung, interessanten Auslandsaufenthalten und Hobbies, ist auch immer öfter ein Ehrenamt bei vielen Firmen eine Einstieghilfe in den neuen Job. Es macht sich gut etwas für andere zu tun und dafür kein Geld zu bekommen, das fällt dann unter Soft Skills bei dem Bewerber.

Auch Firmen polieren ihr Image auf und machen etwas Soziales. Nur nicht alle Gruppen sind gleich beliebt, für die man sich engagiert, weit vorne liegt immer noch die “Tafel”, dort wird Essen an Bedürftige verteilt und es gibt sogar Wartelisten, da es so begehrt ist, dort zu arbeiten. Man sollte sich jedoch ehrlich die Frage stellen, ob man helfen oder nur etwas für den schönen Schein unter dem Deckmantel des Ehrenamts tun möchte.

Praktikrise

Das Wort klingt niedlich, was sich dahinter verbirgt, ist es aber nicht. Zu Zeiten der Krise müssen immer mehr qualifizierte und gut ausgebildete Akademiker Praktika machen, anstatt einen gut bezahlten Vollzeitjob zu bekommen. Die Generation Praktikum erfährt ein Revival und das ist oft sehr frustrierend für Berufseinsteiger.

In Spanien sieht es noch schlimmer aus als in Deutschland, dort sind 33 Prozent der jungen Bevölkerung arbeitslos, die Menschen müssen bei ihren Eltern wohnen bleiben, da sie keine Miete zahlen könnten, jeder Dritte unter 30 Jahren sucht dort Arbeit.

In Deutschland machen viele junge Akademiker alles richtig, super Abschluss, gute Noten, viele Sprachen können sie und im Ausland waren sie auch, dennoch ist der Arbeitsmarkt durch Angst und Unsicherheit geprägt. Es werden nicht mehr so viele Menschen eingestellt und junge ungern, da man sie einarbeiten muss, sie haben wenig Berufserfahrung und man hat Angst, dass der Bewerber dann doch nicht passt und scheut Kosten. Das ist ungerecht, man nimmt jungen Leuten damit die Möglichkeit sich zu beweisen. Es ist unbefriedigend sich von Praktikum zu Praktikum zu hangeln, die in 51 Prozent der Fälle nicht bezahlt werden, nur in der Hoffnung, dann einen festen Job zu bekommen.

Über 40 Prozent der Berufseinsteiger unter 24 Jahren bekommen befristete Arbeitsverträge, was zusätzlich zu einer Unsicherheit führt. Doch es gibt auch Hoffnung, wenn man sich auf Kompromisse einlässt und z.B. nicht in den großen Konzern geht, sondern in den Mittelstand, denn der stellt noch ein und kann gut bezahlen. Auf jeden Fall heißt es durchhalten und Initiative zeigen und sich nicht mit einem Praktikum nach dem anderen abspeisen lassen und sich damit von der Krise das Berufsleben bestimmen lassen.

Aufreger: Wahlplakat

In einer Woche, am 30. August 2009 ist es wieder soweit, die Kommunalwahlen in NRW stehen an. Wählen ist wichtig, nicht nur, weil man, wenn man nicht wählt, indirekt den “Falschen” Unterstützung zukommen lässt, sondern auch, weil es in vielen Ländern für die Menschen keine Möglichkeit zur Wahl oder freien Meinungsäußerung gibt. Wählen heißt, seine politische Meinung zu untermauern, wählen sollte jeder und wenn man an dem Tag keine Zeit hat, dann kann man es auch per Brief, das ist ganz einfach.

Um viel Aufmerksamkeit, scheinbar auch von den jungen Wählern oder Wahlfaulen zu bekommen, greifen manche Parteien zu sehr, sagen wir mal, auffälligen Wahlplakaten. Seien es Karikaturen, nackte Körperteile, die zur Schau gestellt werden oder tiefe Einblicke, vor fast nichts wird beim aggressiven Kampf um das „nicht Übersehen werden“ zurück geschreckt. Dabei interessieren doch nun wirklich keine blanken Tatsachen, sondern das Wahlprogramm. Auch ist öfter festzustellen, dass es in den Slogans der Parteien immer um ein Thema geht: “Alles besser machen!” Jede Stadt kann es besser als jetzt, ganz Deutschland kann es besser, dabei wird vergessen, dass besser eine Steigerung von etwas bedeutet, was voraussetzt, dass es jetzt nicht gut genug ist. Es ist schade, dass man so versucht auf sich aufmerksam zu machen, anstatt junge Menschen auf anderem Wege für Politik zu begeistern z.B. übers Internet, dort wurde ja schon in den USA der Wahlkampf entschieden. Ob hier jedoch lustige Accounts der deutschen Politiker bei Studi VZ und Co. reichen, ist fraglich.

Ich gehe am 30. August wählen und hätte es auch ohne diese, teils sehr merkwürdigen Wahlplakate und Kampagnen getan. Denn jeder in diesem Land sollte wählen gehen, denn seine Stimme abgeben, bedeutet auch eine zu haben.