Archiv der Kategorie 'Gedanken'

Unbekannter Teilnehmer

Früher, das heißt bis vor einigen Jahren, war es anders, da hatte man ein Telefon zu Hause und viele Menschen noch gar keine Handys. Das Telefon in der Wohnung hatte kein oder ein kleines Display und eine Rufnummernübermittlung gab es nicht, das hieß man wusste nicht wer anruft, wenn es klingelte.

Doch im Jahre 2009 in Zeiten von DSL, modernsten Handys und ständiger Erreichbarkeit ist es schon fast eine Seltenheit seine Nummer nicht mit zu senden, bei einem Anruf und diese Tatsache empfinden viele Leute als ungewöhnlich oder frech, da es den Angerufenen in eine Situation voller Unsicherheit versetzt.

Viele gehen gar nicht erst ran, wenn im Display steht „Unbekannter Teilnehmer ruft an“ oder „Anonym“, weil sie nicht wissen wer es ist und ja etwas Schreckliches am anderen Ende der Leitung lauern könnte. Dann rufen sie alle Freunde an, die schon einmal ohne Nummer bei ihnen durch geklingelt haben und fragen: „Warst du das gerade, der ohne Nummer??“ Und wenn es keiner der Freunde war, wird die Verunsicherung noch größer, wer es denn bloß gewesen sein könnte, vielleicht doch Hollywood :- )

Mit dem Zurückrufen von den bösen anonymen Anrufern ist es ja auch ganz schwierig, da sie ja keine Nummer hinterlassen. Und so grübelt und rätseln man, gerade wenn die Person auch noch ein zweites Mal anruft. Und, wenn man gerade einer süßen Biene in der Disko seine Handynummer gegeben hat und sie war diejenige, die mit unterdrückter Nummer angerufen hat? Welch ein Drama :- ) Dabei machen es auch welche ganz bewusst, das ohne Nummer anrufen, weil man etwas Spannung erzeugen will oder nicht weggedrückt werden möchte, wenn der Name im Display erscheint. Manche vergessen es auch einfach und wundern sich, wenn nie einer ran geht :- )

Eine Frage der Ehre

Man könnte es auch Pseudo Ehrenamt nennen, denn mit echtem ehrlichem Engagement hat das nicht mehr viel zu tun. Viele Menschen und zwar auch gerade junge Leute engagieren sich ehrenamtlich, das ist generell nichts schlechtes, nur gibt es darunter immer mehr schwarze Schafe, die damit ihren Lebenslauf aufpeppen.

Neben einer guten Ausbildung, interessanten Auslandsaufenthalten und Hobbies, ist auch immer öfter ein Ehrenamt bei vielen Firmen eine Einstieghilfe in den neuen Job. Es macht sich gut etwas für andere zu tun und dafür kein Geld zu bekommen, das fällt dann unter Soft Skills bei dem Bewerber.

Auch Firmen polieren ihr Image auf und machen etwas Soziales. Nur nicht alle Gruppen sind gleich beliebt, für die man sich engagiert, weit vorne liegt immer noch die “Tafel”, dort wird Essen an Bedürftige verteilt und es gibt sogar Wartelisten, da es so begehrt ist, dort zu arbeiten. Man sollte sich jedoch ehrlich die Frage stellen, ob man helfen oder nur etwas für den schönen Schein unter dem Deckmantel des Ehrenamts tun möchte.

Praktikrise

Das Wort klingt niedlich, was sich dahinter verbirgt, ist es aber nicht. Zu Zeiten der Krise müssen immer mehr qualifizierte und gut ausgebildete Akademiker Praktika machen, anstatt einen gut bezahlten Vollzeitjob zu bekommen. Die Generation Praktikum erfährt ein Revival und das ist oft sehr frustrierend für Berufseinsteiger.

In Spanien sieht es noch schlimmer aus als in Deutschland, dort sind 33 Prozent der jungen Bevölkerung arbeitslos, die Menschen müssen bei ihren Eltern wohnen bleiben, da sie keine Miete zahlen könnten, jeder Dritte unter 30 Jahren sucht dort Arbeit.

In Deutschland machen viele junge Akademiker alles richtig, super Abschluss, gute Noten, viele Sprachen können sie und im Ausland waren sie auch, dennoch ist der Arbeitsmarkt durch Angst und Unsicherheit geprägt. Es werden nicht mehr so viele Menschen eingestellt und junge ungern, da man sie einarbeiten muss, sie haben wenig Berufserfahrung und man hat Angst, dass der Bewerber dann doch nicht passt und scheut Kosten. Das ist ungerecht, man nimmt jungen Leuten damit die Möglichkeit sich zu beweisen. Es ist unbefriedigend sich von Praktikum zu Praktikum zu hangeln, die in 51 Prozent der Fälle nicht bezahlt werden, nur in der Hoffnung, dann einen festen Job zu bekommen.

Über 40 Prozent der Berufseinsteiger unter 24 Jahren bekommen befristete Arbeitsverträge, was zusätzlich zu einer Unsicherheit führt. Doch es gibt auch Hoffnung, wenn man sich auf Kompromisse einlässt und z.B. nicht in den großen Konzern geht, sondern in den Mittelstand, denn der stellt noch ein und kann gut bezahlen. Auf jeden Fall heißt es durchhalten und Initiative zeigen und sich nicht mit einem Praktikum nach dem anderen abspeisen lassen und sich damit von der Krise das Berufsleben bestimmen lassen.

Aufreger: Wahlplakat

In einer Woche, am 30. August 2009 ist es wieder soweit, die Kommunalwahlen in NRW stehen an. Wählen ist wichtig, nicht nur, weil man, wenn man nicht wählt, indirekt den “Falschen” Unterstützung zukommen lässt, sondern auch, weil es in vielen Ländern für die Menschen keine Möglichkeit zur Wahl oder freien Meinungsäußerung gibt. Wählen heißt, seine politische Meinung zu untermauern, wählen sollte jeder und wenn man an dem Tag keine Zeit hat, dann kann man es auch per Brief, das ist ganz einfach.

Um viel Aufmerksamkeit, scheinbar auch von den jungen Wählern oder Wahlfaulen zu bekommen, greifen manche Parteien zu sehr, sagen wir mal, auffälligen Wahlplakaten. Seien es Karikaturen, nackte Körperteile, die zur Schau gestellt werden oder tiefe Einblicke, vor fast nichts wird beim aggressiven Kampf um das „nicht Übersehen werden“ zurück geschreckt. Dabei interessieren doch nun wirklich keine blanken Tatsachen, sondern das Wahlprogramm. Auch ist öfter festzustellen, dass es in den Slogans der Parteien immer um ein Thema geht: “Alles besser machen!” Jede Stadt kann es besser als jetzt, ganz Deutschland kann es besser, dabei wird vergessen, dass besser eine Steigerung von etwas bedeutet, was voraussetzt, dass es jetzt nicht gut genug ist. Es ist schade, dass man so versucht auf sich aufmerksam zu machen, anstatt junge Menschen auf anderem Wege für Politik zu begeistern z.B. übers Internet, dort wurde ja schon in den USA der Wahlkampf entschieden. Ob hier jedoch lustige Accounts der deutschen Politiker bei Studi VZ und Co. reichen, ist fraglich.

Ich gehe am 30. August wählen und hätte es auch ohne diese, teils sehr merkwürdigen Wahlplakate und Kampagnen getan. Denn jeder in diesem Land sollte wählen gehen, denn seine Stimme abgeben, bedeutet auch eine zu haben.

Noch lange nicht Schluss

Im September diesen Jahres werden meine Serie und mein Blog 3 :-) Es ist schon eine ganz schön lange Zeit, doch Schluss ist noch lange nicht. Ich habe 143 Folgen gedreht und knapp 350 Artikel insgesamt auf meiner Webseite veröffentlicht, unzählige Mails und Kommentare von euch erhalten, konstruktive Kritik, viel Lob und liebe Worte.

Diese Sendung zu machen, bedeutet für mich Spaß zu haben, etwas zu lernen, in direktem Kontakt mit den Usern zu stehen, euch die Inhalte mitbestimmen zu lassen. Ich freu mich auf viele weitere Jahre mit “Karo´s Welt des technischen Verständnisses” bzw. “Karo erklärt IT” und ich möchte mich bei euch für eure Treue, euer Feedback und eure Unterstützung bedanken.

In Zukunft wird es immer wieder etwas Neues hier zu entdecken geben, denn mir fällt garantiert etwas Verrücktes ein, und ich werde mich bemühen, die ganzen schweren Themen nicht immer soooo viel abzulesen und euch schöne neue Folgen zu präsentieren, so dass ihr immer gerne wieder in meine rosa IT Welt eintaucht :-)

Eure Karo

All you can eat

Die Amerikaner machen es uns in diesem Punkt mal wieder vor und es ist leider auch hier im Land so: die Menschen werden immer dicker. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche legen aufgrund von falscher, ungesunder Ernährung und zu wenig Bewegung immer weiter zu. Es gibt ein Lebensmittelangebot in Hülle und Fülle, soviel, dass man sich kaum entscheiden kann und auch “all you can eat” und XXL Restaurant mit Flatrate spachteln werden immer beliebter.

Jetzt sollen sogar, wie in anderen Ländern, Markierungspunkt in Ampelfarben auf die Verpackungen im Supermarkt geklebt werden, die von grün = gut, bis zu rot = viele Kalorien, den Verbraucher vor zuviel bösen Fetten warnen sollen.

Wenn mal eigenständig gekocht wird, dann oft Fertigprodukte, alles frisch und z.B. vom Markt oder Bauern kaufen, wer macht das schon noch? Viele Leute wissen gar nicht, was eine Kohlrabi ist oder wie Sellerie schmeckt.

Fast alles ist immer verfügbar, zu jeder Jahreszeit gibt es alles an Obst und Gemüse. Saisonales Kochen? Fehlanzeige.

In keinem anderen Land gibt es soviele TV Kochshows wie in Deutschland und fast nirgendwo können so wenige Menschen kochen.
Auch beim Essen im Lokal gilt: Hauptsache es ist günstig. Doch dass man mit wenig Geld auch zu Hause für die komplette Familie gut und lecker kochen kann, wissen leider scheinbar zu wenig Leute. In meiner Rubrik “Rezept der Woche” stelle ich euch ab diesem Dienstag Rezepte aus einem Buch vor, die nur sehr wenig, manchmal sogar nur 1 Euro pro Portion kosten. Schaut doch mal rein, es lohnt sich.

Denn Nahrungsmittel müssen nicht immer teuer sein, um gesund und lecker zu schmecken.

Keine Zeit

Zeit ist ein wertvolles Gut. Für viele Menschen, die beruflich eingespannt sind, gilt freie Zeit als Luxus.

Doch stellt sich die Frage, haben diese Leute wirklich so wenig Zeit oder ist einfach fast jeder der wichtig ist oder so tut, immer schrecklich beschäftigt nur um dazu zu gehören? Kommt es im Job nicht so cool rüber, wenn man auf die Frage nach ein paar Minuten einfach ja sagt, denkt das Gegenüber dann: “warum hat der Zeitfenster offen, hat der nichts zu tun?”

Angepasst sein dadurch, dass man busy und gestresst tut, so etwas gibt es öfter als man denkt, doch auch das Vortäuschen von mangelnder Zeit ist stressig.

Die Work Life Balance leidet, durch dauerhafte Erreichbarkeit per I phone, Black Berry etc., weil sich der fleissige Mitarbeiter auch Abends um Geschäftliches kümmern will. Durch den Informationsüberfluss; immer alles wissen zu wollen und nicht abschalten zu können, entsteht der Druck immer mitreden und auf dem neuesten Stand sein zu wollen.
Doch kann diese erfundene Zeitnot auch eine Ausrede sein, um sich vor Arbeit zu drücken.

Wichtig ist einfach ein Gleichgewicht zwischen den ganzen Zeitinseln zu finden, ob sie jetzt groß sind oder gerade schmelzen :-)

Reden lassen

Es gibt die schweigsamen Leute und diese, die sehr gerne reden, sich selbst viel reden hören möchten oder über andere reden. Natürlich gibt es auch noch etwas zwischen den beiden Gruppen, doch über diese will ich hier heute nicht schreiben.

Viel geredet wird immer, ob im Büro, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft, manche Menschen haben sehr viel Spaß daran über das Leben, das Verhalten und die Angewohnheiten anderer zu tratschen, oder wie man auch gern sagt “Gossip auszutauschen oder den Flurfunk zu hören”, lustig :-) Ob ihr eigenes Leben langweilig ist, sei mal dahin gestellt, auf jeden Fall mögen sie es sich über andere zu unterhalten, was auch nichts schlimmes ist, solang die Wahrheit erzählt wird.

Man sollte es mal probieren etwas Unwahres, etwas Harmloses wie z.B. ich trage nur pinke Socken als Aussage auf die Reise zu schicken und dann abzuwarten, wann und vor allem wie verändert diese dann zu einem zurück kommt. Ich habe daran immer meine wahre Freude, das ist ein bißchen wie Stille Post auf einem Kindergeburtstag, man lernt dadurch viel über sein Umfeld und dessen Phantasie.

Grundsätzlich sollte einem die Meinung anderer ja völlig egal sein, sonst hätte ich bei dieser Serie auch nach der ersten Folge alles einstellen können und wie sangen doch die Ärzte schon so schön “Lasse Reden” :-)

Einen Tag ohne

Schafft ihr das, einen Tag ohne Internet, ohne Mails, ohne Handy, ohne Black Berry? Viele können sich das gar nicht mehr vorstellen, sie schauen morgens nach dem Wetter, checken Mails in der Bahn oder im Zug, den ganzen Tag hängt man sowieso vor dem PC, bestellt online Kleidung, Essen, Konzertkarten oder sucht den Partner fürs Leben. Abends chattet und skyped man noch quer über den Globus, nachts twittert man über die gerade besuchte Party und, oh Schreck, da waren echte Menschen ;-)

Haben wir es verlernt ohne das Internet und den elektronischen Überfluss an Geräten überleben zu können? Ist es so ein großer Teil unseres Lebens geworden, dass wir nicht darauf verzichten wollen oder es nicht mehr können?

Ich kann es gut und genieße es mal nicht online und verfügbar, erreichbar, immer dabei zu sein. Es hat etwas Entspannendes, Beruhigendes. Man hat das Empfinden sich freier zu fühlen, als ob Ballast von einem abfällt. So geht es mir zumindest, auch wenn ich viel schreibe in diesem Blog, Folgen hoch lade und kommuniziere, sind diese Internetfreien Fluchten ein wahrer Segen, probiert es auch mal und schreibt mir in die Kommentare, wie ihr das seht, vielleicht bin ich online und antworte dann :-)

Lob fürs Atmen

Männer sind toll, versteht mich nicht falsch, das wird jetzt hier kein feministischer Artikel über die Defizite des starken Geschlechts.

Dennoch muss ich doch öfter über die Jungs und Männer in meinem Umfeld schmunzeln, wenn nicht sogar herzhaft lachen ;-) Männer ziehen in den Krieg, fast alle Spitzenmanager sind Herren, genau wie die besten Köche Deutschlands, doch wenn es um kleine Dinge im Alltag geht, stellen sie sich oft ziemlich an und was noch viel schlimmer ist, sie brauchen immer eins: Lob!

„Ja, das ist toll, dass du diesen Nagel in die Wand gehauen hast, ohne dir den Arm zu brechen, oh nein, dein Auto hat einen Flecken, wir fahren sofort in die Waschstrasse, damit du nicht weinen musst.“
„Sehr schön, zum Geburtstag Pralinen und Blumen von der Tankstelle, es ist nicht schlimm, dass du es nicht schaffst den Müll runter zu bringen…… „
Ich könnte noch 1 Mio. Beispiele für solche alltäglichen Situationen mit Männern finden.

Dass man Ihnen nicht noch sagen muss: „sehr gut ein- und ausgeatmet“, ist ja alles :-) Aber im Ernst: lieben wir sie nicht auch dafür? Manchmal schon und die andere Zeit können wir Frauen uns ja darauf stützen, dass wir fast immer die Starken sind, die dann den Mann abholen, wenn er betrunken Schlüssel, Geld und Orientierung verloren hat :-)